Apiculture im Garten: die erste Beute richtig aufstellen
Eine erste Beute braucht einen trockenen, halbschattigen Standort mit Flugloch nach Suedosten, ein passendes Raehmchenmass und Tracht in Reichweite. Der Beitrag fuehrt durch Standort, Bienenjahr, Ernte und die Risiken, die ein Volk im Garten treffen.
Hubertusbläser · Magazin für Jagdhorn, Blasmusik und Brauchtum
Wer im Garten mit der Apiculture beginnen will, braucht zuerst einen trockenen, halbschattigen Standort mit Flugloch nach Südosten, eine Beute mit passendem Rähmchenmaß und eine Tracht in Reichweite. Die erste Durchsicht sollte erst bei mildem Wetter und gefüllter Tracht erfolgen, nicht direkt nach dem Einschlagen des Volkes. Wer diese drei Punkte einhält, hat die häufigsten Anfängerfehler bereits vermieden.
Was gehört zu einer ersten Beute im Garten?
Eine Beute besteht aus Boden, Brutraum, Honigraum, Absperrgitter und Deckel. Für den Garten sind drei Systeme verbreitet: Dadant mit großem Brutraum, Langstroth mit mittleren Zargen und die Warré als Magazinbeute mit kleinen Waben. Das Rähmchenmaß bestimmt später alle Arbeitsschritte, vom Aufsetzen der Honigräume bis zur Schleuder. Wer das Maß wechselt, muss auch das Zubehör wechseln.
Zur Grundausstattung gehören Stockmeißel, Smoker, Stockmeißel-Ersatz, Abkehrbesen, Schutzhandschuhe und ein Hut mit Schleier. Ein Bienenvolk wird als Kunstschwarm, als Schwarm oder als Ableger bezogen. Wer sich vor der Anschaffung einen Überblick über Standortwahl, Rassen und Startkosten verschaffen will, findet in einem französischsprachigen Garten-Magazin für Apiculture im Garten eine ausführliche Darstellung dieser ersten Schritte. Die Anschaffung einer neuen Beute mit Volk liegt je nach Ausstattung im Bereich mehrerer hundert Euro, hinzu kommen laufende Kosten für Mittelwände, Futter und Varroabehandlung.
Der Standort muss ganzjährig erreichbar sein, auch bei feuchtem Boden. Ein Windschutz aus Hecke oder Strauchwerk hilft beim Anflug. Direkte Mittagssonne im Hochsommer belastet das Volk, deshalb ist halbschattige Lage günstiger als volle Sonne. In Wohngebieten sind die Abstände zur Grundstücksgrenze und die Regelungen des jeweiligen Landes zu beachten.
Welche Trachtpflanzen tragen im Garten?
Bienen sammeln Nektar und Pollen nicht nur an einer Pflanze, sondern über die gesamte Vegetationsperiode. Frühtracht liefern Weide, Hasel, Obstblüten und Löwenzahn. Die große Frühjahrstracht ist der Raps, der in vielen Regionen Ende April bis Mitte Mai blüht und rasch große Mengen Nektar liefert. Es folgen Akazie und Robinie, dann Linde, Klee, Phacelia und Sonnenblume. Im Spätsommer tragen Disteln, Klee und Senf, im Herbst Efeu und Astern.
Wer den Garten für Bestäuber anlegt, sollte auf durchgehende Blühfolge achten, nicht auf einzelne Höhepunkte. Reihen aus Kräutern wie Salbei, Thymian und Borretsch liefern über Wochen Nektar. Blühstreifen mit Phacelia und Klee sind einfach zu pflegen und ergänzen Zierbeete. Wichtig ist der Verzicht auf Insektizide während der Blüte, weil Rückstände in Nektar und Pollen in den Stock gelangen können.
Wie verläuft das Bienenjahr?
Das Bienenjahr folgt der Tracht und der Volksentwicklung, nicht dem Kalender allein. Im Februar beginnt die Königin mit der Eiablage, sobald die Tage länger werden. Im März und April wächst das Volk rasch, der Honigraum wird aufgesetzt, sobald die Tracht einsetzt. Im Mai und Juni fällt die Haupttracht, in dieser Zeit werden Honigräume kontrolliert und bei Bedarf erweitert.
Nach der Sommersonnenwende nimmt die Eiablage ab. Im Juli und August folgen die Varroabehandlung und die Auffütterung, damit das Volk stark genug in den Winter geht. Im September und Oktober wird eingewintert, Fluglochkeile und Mäusegitter werden gesetzt. Von November bis Januar bleibt die Beute geschlossen, Kontrollen beschränken sich auf Gewicht und Flugloch. Wer den Stock zu oft öffnet, stört die Wintertraube und kostet dem Volk Energie.
Die Varroamilbe ist der wichtigste Gesundheitsfaktor. Ohne Behandlung bricht ein Volk meist innerhalb von zwei bis drei Jahren zusammen. Üblich sind Ameisensäure im Sommer und Oxalsäure im Winter, jeweils nach den Vorgaben der Zulassung. Die Behandlung erfolgt nach der Honigernte, damit keine Rückstände in den Honig gelangen.
Wie wird Honig geerntet?
Honig wird geerntet, wenn die Waben verdeckelt sind. Die Verdeckelung zeigt, dass der Wassergehalt unter etwa 18 Prozent liegt und der Honig haltbar ist. Vor der Ernte werden die Bienen mit Bienenflucht oder Abkehrbesen aus dem Honigraum gedrängt. Die Waben werden entdeckelt und in einer Schleuder ausge schleudert, der Honig läuft durch ein Sieb in den Abfüllbehälter.
Die Sorte richtet sich nach der Tracht: Rapshonig kristallisiert rasch und wird cremig gerührt, Akazienhonig bleibt lange flüssig, Lindenhonig hat ein kräftiges Aroma. Nach dem Schleudern wird der Honig einige Tage stehen gelassen, damit Luftblasen aufsteigen, dann wird er abgefüllt. Etiketten müssen nach Lebensmittelrecht gestaltet sein, mit Angabe des Imkers, des Gewichts und des Mindesthaltbarkeitsdatums.
Welche Risiken bestehen für das Volk?
Neben der Varroa ist der asiatische Hornissenkäfer und die asiatische Hornisse ein Thema. Die asiatische Hornisse jagt Bienen am Flugloch und kann schwache Völker stark belasten. Schutz bieten engere Fluglochkeile und Fallen, die ausschließlich für diese Art zugelassen sind. Fallen mit breiter Wirkung schaden auch einheimischen Insekten und sind deshalb abzulehnen.
Weitere Risiken sind Pestizide in der Umgebung, Trachtmangel im Spätsommer und Räuberei zwischen Völkern. Räuberei entsteht, wenn Honigreste offen stehen oder ein Volk zu schwach ist. Wer Futter nur abends und in geschlossenen Gefäßen reicht, verringert das Risiko. Ein weiterer Punkt ist die Meldepflicht: In vielen Ländern muss die Anzahl der Völker der zuständigen Stelle gemeldet werden, in Deutschland bei der Tierseuchenkasse und der unteren Veterinärbehörde.
Was ist vor der ersten Beute zu klären?
Vor der Anschaffung sollten drei Fragen beantwortet sein: Ist der Standort ganzjährig zugänglich und windgeschützt? Ist die Tracht im Umkreis von zwei bis drei Kilometern ausreichend? Ist die Zeit für regelmäßige Kontrollen von April bis September vorhanden? Wer diese Fragen bejaht, kann mit einem Volk beginnen. Zwei Völker erleichtern später den Vergleich und den Ausgleich von Verlusten, bedeuten aber auch doppelten Aufwand.
Ein Kurs bei einem Imkerverein vor Ort ersetzt keine Praxis, verkürzt aber die Einarbeitung. Die meisten Vereine bieten Anfängerkurse mit Begleitung im ersten Jahr an. Wer ohne Begleitung startet, sollte sich an Fachliteratur und an die Vorgaben der zuständigen Behörden halten. Der erste Honig aus dem eigenen Garten ist dann das Ergebnis einer Reihe von Entscheidungen, die vor dem Einschlagen des Volkes getroffen wurden.
- Bienen
- Garten
- Imkerei
- Natur
Weiterlesen
- InstrumenteHolz im Haus: Werkstoff und Pflege
- Natur & JagdJagd, Wald und Wild: Grundwissen
- Musik & BrauchSankt Hubertus: Legende und Tradition